Cannabis – Studie?

Cannabis – Studie?

Vor kurzem hat das BAG die Bewilligung für eine wissenschaftliche Studie der Universität Bern zum Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken mit der Begründung der dafür nicht vorhandenen gesetzlichen Grundlage nicht erteilt. Die Studie wollte erforschen, wie sich ein kontrollierter Zugang zu Cannabis auf die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten und die Drogenszene in der Stadt Bern auswirkt. Von der Ablehnung implizit betroffen sind auch Basel, Genf, Zürich, Luzern und weitere Städte, die einen hohen Handlungsdruck in Bezug auf die Cannabisfrage ausmachen und ähnliche Forschungsprojekte geplant haben oder sich daran beteiligen wollen. Zanetti möchte solche Studien mit seinem Postulat „Experimentierartikel als Grundlage für Studien zur regulierten Cannabis-Abgabe“  ermöglichen.

Es besteht heute ein offenkundiges Bedürfnis nach wissenschaftlich abgestützten Entscheidgrundlagen für die Weiterentwicklung der Cannabisregulierung. In seiner Medienmitteilung zur Ablehnung des Berner Projekts zeigt das BAG unter Verweis auf einen „Experimentierartikel“ einen Weg auf, wie die Voraussetzungen geschaffen werden könnten, um neue Ansätze in der Cannabispolitik im Rahmen von wissenschaftlichen Studien und Pilotprojekten zu erproben.

Wissenschaftlich begleitete Pilotversuche können zur Versachlichung der Diskussion beitragen und eine faktenbasierte Lösung der Cannabisfrage ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat eingeladen, eine entsprechend gesetzliche Grundlage zu schaffen, die es erlaubt, unter klar geregelten Bedingungen im Rahmen von befristeten wissenschaftlichen Studien innovative Formen des Zugangs zu Cannabis zu erproben. Dabei ist dem Gesundheitsschutz, der Prävention und dem Jugendschutz besondere Beachtung zu schenken. Ausserhalb der Experimente gilt das bestehende Verbot des Freizeitkonsums von Cannabis weiter. Ziel ist, alternative Regulierungsansätze zu prüfen, ohne dass damit ein Entscheid für eine bestimmte Richtung gefällt wird.

Aktualisierung vom 4. März:

Bundesrat will mit Cannabis-Versuchen nun vorwärts machen

  • Erstmals spricht sich der Bundesrat klar für Versuche mit legaler Cannabis-Abgabe an Kiffer aus.
  • Noch ist allerdings unklar, wie schnell diese Experimente starten können. Derzeit wird abgeklärt, ob das Gesetz geändert werden muss.
  • Und: In der Frühjahrssession ist das Thema in National- und Ständerat traktandiert. Eine Zustimmung zu Cannabis-Studien scheint dort allerdings wahrscheinlich.

3 Kommentare zu Cannabis – Studie?

  1. Dreher Paul

    Guten Tag Herr Zanetti

    Vielen Dank, dass Sie sich diesem gesellschaftlichen Thema annehmen und es im Parlament präsent halten. Ich nehme an, dass Sie dies nur können, weil Sie über die nötige Versiertheit zu diesem Thema verfügen. Deshalb würde ich Sie auf diesem Wege gerne fragen, in wie vielen Jahren man frühestens mit einer Legalisierung von Cannabis rechnen kann im besten Fall, sei es mit einer Volksinitiative oder über den Weg im Parlament. In den Medien sind hierzu so gut wie nie konkrete Einschätzungen von Politikern zu hören. Ihre persönliche Einschätzung hierzu währe bestimmt sehr interessant.

    Vielen Dank und freundliche Grüsse

    Paul Dreher

  2. burgerbank

    idee ist natürlich gut. Schlimm ist nur: wer legt fest, was „gut und „böse ist. habe vor paar monaten schon einen interessanten artikel dazu gelesen gehabt: dort war das bsp porno konsum aufgeführt. das ist in china sehr verpönt. allerdings fliest das mit in diese bewertung und man bekommt ein schlechteres ranking – höherer versicherungsbeiträge, keinen kredit usw wenn das rating zu negativ wird. bei uns gibt es das indirekt ja auch schon beim KFZ. Man kann sich eine box einbauen lassen (aktuell bekommt man dann beitragsersparnis), die dann eben prüft wie vernünftig man fährt (uhrzeit, beschleunigungsverhalten etc).. so wird es eben bei uns schleichend eingeführt. in china ist die vernetzung durch den staat eben noch größer. auch einkaufsverhalte durch alibaba.. da weiß der staat genau was wer kauft und bezieht das auch ins ranking ein. dieses rating wird in einigen städten ja schon erprobt.

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